Da gibt’s tatsächlich eine Menge Unmut, Dämmstoffen gegenüber. Da gibts tatsächlich Aussagen wie „für Wärmedämmung gibt es keine wissenschaftlich fundierte Beweise“.
http://www.wdr.de/tv/service/bauen/inhalt/20030919/b_1.phtml
Und dann gibt es tatsächlich umfassend und aufrüttelnd informierende „Dämmstoffkritiker“:
www.konrad-fischer-info.de
Und der schwört auf den altbewährten Vollziegel (also nicht der gängige Lochziegel), wir er früher ausschließlich zum Einsatz kam. Die Argumente kommen mir bekannt vor – Speichermasse. Bekannt aus den Holzbauweisen – mit all den Vorteilen der Massivholzbauweise im Vergleich zur Holzleichtbauweise (Holzrahmen/Holzriegel/..).
Finde ich alles sehr spannend und bleibe in diesem Zusammenhang noch weiter auf der Fährte mineralisch hochwertiger Bauweisen. Eigentlich wäre mir ja ein Massivholzhaus am Liebsten – was ich noch nicht weiß – sparen mineralisch hochwertige Bauweisen eventuell im Vergleich einen ganzen Haufen Geld?
19-03-08 at 6:04
Interessante Gedankenspiele hier.
Ein paar Anmerkungen dazu:
- Früher gab es sehr wenig Ausbautechnik in den historischen Holzhäusern. Heute ist alles voller Leitungen. Und da jedes Holzhaus lebt, kommt es immer wieder zu Leitungsbrüchen, die im Falle eines verdeckten Einbaus zu fürchterlichen Katastrophen führen können. Meistens Wasserdröppeleien, die sich dann über die Zeit zu Hauschwammereignissen heranwachsen.
- Das herumwackelnde – quellende und schwindende – Holzhaus ist nicht so leicht luftdicht zu bekommen, und wenn es gelingt, entstehen dolle Kondensatgefahren innen an den Luftdichtfolien und -sperren. Die derzeit gängigen Klebereien sind auch nur ein begrenzter Schutz und haben keinesfalls Dauerbewährung erwiesen.
- Na und was ist mit Insekten und Pilzen von außen? Alles vergiften oder alles zulassen? Jedes Holzhaus zeigt hier Ereignisse, ein paar Jahre früher oder später. Früher hat man entsprechend dimensioniert, da haben ein paar Nager und Fresser mehr oder weniger lange nicht gestört – aber heute?
- Ach so, das Feuer. In modern aufelektrifizierten Hütten, bei all dem Zündelgesochs da draußen, ich habe da in meinem Umkreis genug Abschreck-Beispiele erlebt.
Dabei lebe und arbeite ich in einer barocken Fachwerkmühle, weiß von Messingkäfern, Hausschwammmyzelen und rattenverfressenen, von morschen, hausbockbefallenen und angebrannten Balken mehr als genug. Auch als Sanierungsarchitekt im Block- und Fachwerkbau seit vielen Jahren.
Das alte Haus hat viel zu bieten und ich möchte es nicht missen – aber neu würde ich dennoch eine Ziegelhütte bevorzugen. Sie ist eben mal rsikofreier und das auch auf lange Sicht. Wer dermaleinst vererben oder ohne große Wertminderung wieder verkaufen will – bei Ziegel eher kein Problem. Und bei Holz?
Viel Spaß und Erfolg beim weiteren Nachdenken!
Konrad Fischer
19-03-08 at 6:57
Schön, dass sie die Gedanken hier interessant finden und herzlichen Dank fürs Mitdenken.
- In einem interessanten Holzhaus-Projekt in Böhmeimkirchen in Niederösterreich (http://www.s-house.at) hat man das Leitungsproblem im Holzhaus mit von der Decke abgeängten Leitungsblechen gelöst (leider nicht auf der Website zu sehen). Das lässt Spielraum für zukünftige Anforderungen (CAT X – Verkabelung, Bus – Systeme) und sieht interessant aus. Das Haus darf halt dafür in keiner staubigen Gegend stehen – sonst verdrecken die wohl gewaltig. Neben offenen Strom- und Datenleitungen hab ich in einem Architektur Buch [Attraktiv bauen mit kleinem Budget. Mit systematischer Planung zu niedrigen Kosten von Achim Linhardt] auch eine interessante Lösung hinsichtlich frei liegender Wasserleitungen gefunden. Irgendwie am ersten Blick als ‘einziviliserter’ Mensch befremdlich, doch je mehr ich mich mit der Materie beschäftige, desto kompromisloser werden meine Gedanken. Denn immer öfter bemerke ich, dass es angenehm befreiend ist, solche Konvertionen über Board zu schmeissen, denn nicht zuletzt sind diese ‘einfachen’ Lösungen ‘einfach’ leistbar. Nämlich nachhaltig (ohne Schwammerl).
- Also ein Holzrahmen-Haus auf Dauer dicht zu bekommen, da fehlt mir auch jede Phantasie, wie das auf Dauer gut gehen soll. Anders vielleicht bei den Massivholz-Häusern. Thoma (http://www.thoma.at) versucht es ja überhaupt mit seinem Holz100 ohne Folien etc. Und diese Bauweise wird immer wieder als eine der dichtesten genannt. Das scheint schon plausibel.
- Ja und die Dimensionierung, da bin ich völlig d’accord. Es wird ja heute zu vieles ohne den geringsten Spielraum dimensioniert. Da ist man halt gefordert, sich im Hausbau mit aller Kraft gegen die von aussen angebotenen ‘Versuchungen’ zu stemmen, um die notwendigen Mittel für eine vernünftige Dimensionierung zu bewahren – wohl einer der härtesten Prüfungen im Hausbau.
- Also mit dem Feuer gilt für mich dass gleiche. Da fehlt mir auch die Phantasie für den Holzrahmenbau – anders aber wieder beim Massivholzbau. Da kommt einfach keine Luft hin und dann kanns auch nicht brennen. Keine Leitungen zu ‘verstecken’ ist sicherlich auch hier dienlich.
- Die Sache mit dem Ziegel ist eh so eine. Es ist halt schon viel günstiger. Ich muss mich da wohl noch weiter informieren und erst wirklch gute Handwerker identifizieren, die dieses Material auch gut beherrschen. Da bin ich Ihnen auch sehr dankbar für Ihre Ausführungen auf Ihrer Website.
Alles Liebe nach Bayern.