Ich habe ein Passivhaus in Leichtbetonbauweise besucht. Eines muss man diesen Häusern ja lassen – sie haben Masse. Aber erstaunlich war – die sind absolut vollständig abgedichtet (bringen die Besten Bloower-Door-Test Dichtheitsmessungen).

Schon schauderhaft.

Wenn kein Fenster/Türe geöffnet ist, versorgt einzig die (immer laufende) Lüftungsanlage mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff.

Und immer noch denke ich darüber nach, warum ich mich so unwohl gefühlt habe. Die Sauerstoff-Sache kann es nicht gewesen sein – da kann man sich ja intellektuell darüber hinweg setzen. Aber es war einfach kalt. Nicht messbar – aber vom Gefühl her war das alles erstarrend. Ich glaube das war der bisher unangenehmste Besuch in einem Haus.

P.S.: die alten Plattenbauten-Wohnsilos eigenen sich hervorragend für eine thermische Sanierung (gute Passivhaus-Basis..!). Na wenn da das Unglück nur nicht prolongiert wird?

Da gibt’s tatsächlich eine Menge Unmut, Dämmstoffen gegenüber. Da gibts tatsächlich Aussagen wie „für Wärmedämmung gibt es keine wissenschaftlich fundierte Beweise“.
http://www.wdr.de/tv/service/bauen/inhalt/20030919/b_1.phtml

Und dann gibt es tatsächlich umfassend und aufrüttelnd informierende „Dämmstoffkritiker“:
www.konrad-fischer-info.de

Und der schwört auf den altbewährten Vollziegel (also nicht der gängige Lochziegel), wir er früher ausschließlich zum Einsatz kam. Die Argumente kommen mir bekannt vor – Speichermasse. Bekannt aus den Holzbauweisen – mit all den Vorteilen der Massivholzbauweise im Vergleich zur Holzleichtbauweise (Holzrahmen/Holzriegel/..).

Finde ich alles sehr spannend und bleibe in diesem Zusammenhang noch weiter auf der Fährte mineralisch hochwertiger Bauweisen. Eigentlich wäre mir ja ein Massivholzhaus am Liebsten – was ich noch nicht weiß – sparen mineralisch hochwertige Bauweisen eventuell im Vergleich einen ganzen Haufen Geld?

Überzeugende Vorteile:

  • Viel Speichermasse
  • ‘Warmer’ Baustoff
  • Stabil
  • Hochdämmend (keine Fugen wie bei Blockholz)
  • Alle architektonischen Möglichkeiten
  • Nachhaltig

Die Anbieter:

Was bleibt:

  • der hohe Preis
  • bei klh viel chemie (leim)

Und dann bin ich beim ebay-surfen (suchbegriff „grüne erde“) über die folgenden beiden Websites gestolpert:
http://stuck-kalk.de/ und von dort zu
http://www.glueck-kalk.at/

Da finde ich folgende Aussauge:

Eine Ziegelmauer, ein altbewährter Dreilagenputz oder Kalk-Hanf-Verputz mit reinem Sumpfkalk überstrichen, sind die besten Voraussetzungen für gesundes, schadstofffreies Wohnen. Ein Kalkputz bewirkt, dass die Festigkeit des Putzes vom Mauerwerk nach Außen abnimmt, dadurch die nötige Elastizität erreicht, um den verschiedenen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen optimal standzuhalten. Die durch diesen Putzaufbau erreichte ausgezeichnete Diffusions- und Kapillaroffenheit,..

Das ist schon spannend. Ich habe ja schon fast gedacht, dass ein schadstofffreies Wohnen in einer 1:1 Beziehung zum Holzhaus steht. Warum ich immer häufiger über ein mineralisches Haus nachdenke:

  • Vollholzhäuser sind sehr sehr teuer
  • Holzrahmenbauweisen haben wenig Speichermasse und durchhitzen/-kälten sehr rasch. Sie neigen wie Holzhäuser generell zu einem zu trockenen Raumklima – speziell im Verbindung mit Passivhaus-Lüftungsanlagen.
  • Ich sonst noch keine Alternative kenne.

Und klar – wir wohnen ja in der Nähe der Kalkalpen. Also der Rohstoff ist nicht der Engpass. Gebrannt wir er halt und das kostet wertvolle Energie.

..wenn man seine ganze in Geld gebundene Energie eintauscht – gegen ein Haus.

Wertlos ist, wenn ein Haus aus Materialen aufgebaut ist, die in der Entsorgung vermutlich bald einmal so teuer sind wie deren Anschaffung. Klar sind solche Häuser bequemer in der Kaufentscheidung – sie sind billiger und befreien einen von vielen Wartungssorgen. Aber sie sind weniger lebensWERT. Und irgendwann will dort niemand mehr leben – dann sind sie wertlos.

In diesem Blog möchte ich alle meine Versuche zusammentragen, etwas wertvolles entstehen zu lassen.